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03.09.09 Von der Bildungswüste zum Bildungsland

Wirtschaftsjunioren präsentieren 10 Punkte für Zukunft der Bildung

 

Darmstadt, 3. September 2009. „Die deutsche Bildungslandschaft gleicht einer Wüste. Die Versprechen der Politik erinnern eher an eine Fata Morgana, als dass sie Hoffnung auf ein Ende der Dürrezeit machen“, sagt Stefan Kirschsieper, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er warnt, der jetzige Bildungsnotstand gefährde die deutsche Wirtschaft in der Krise zusätzlich. „Fast ein Jahr nach dem Bildungsgipfel der Kanzlerin hat sich in Sachen Bildung in Deutschland nicht viel getan. Im Gegenteil: Vor den Wahlen versprechen alle Parteien, sich für Bildung stark zu machen. Aber wo bleiben nachhaltige, grundlegende Reformen? Bleibt am Ende nur noch das Notopfer Bildung?“, fragt er.

 

„Wir brauchen keine weiteren Wahlprogramme, sondern ein echtes Bildungsprogramm für unser Land. Die Politik hat hierzu keine überzeugenden Konzepte, die junge deutsche Wirtschaft schon“, erklärt Kirschsieper. Die Wirtschaftsjunioren haben zehn Forderungen für die Zukunft Deutschlands als Bildungsland formuliert: „Neben gleichen Bildungs- und Lebenschancen für alle Schüler brauchen wir vergleichbare Schulformen und durch Schulrankings messbare Qualität an allen deutschen Schulen. Mit Ganztagsschulen und Pflichtvorschuljahr können wir faire Voraussetzung für alle schaffen. Wir sollten uns an den Besten im Land orientieren und unser System danach ausrichten“, fordert er. Weitere Ziele sind: mit Bildungsstandards und zentralen Prüfungen die Vergleichbarkeit und Transparenz erhöhen; Schülern, Lehrern und Eltern dadurch mehr Mobilität verschaffen; Lehrer- und Erzieherberufe aufwerten; die Berufsvorbereitung in Schulen durch Betriebspraktika für Schüler und Lehrer verbessern. „Für eine grundlegende Reform des deutschen Schulsystems braucht die Bundesregierung eine Richtlinienkompetenz in Bildungssachen, die Kultusministerkonferenz muss dafür zuständig sein, das Schulsystem neu organisieren“, so der Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren.

 

„Die Wirtschaft kämpft schon lange mit Fachkräftemangel, der demographische Wandel verschärft die Situation für Unternehmen und trotzdem gibt die deutsche Regierung mehr für Verwaltung aus als für Bildung und Erziehung. Das Ziel muss sein: In Bildung investieren. Der Haushalt muss endlich an die Realitäten angepasst werden, sonst müssen wir der wirtschaftlichen Not bald die Bildung opfern“, sagt Stefan Kirschsieper.


Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) bilden mit rund 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft den größten deutschen Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz verantworten sie rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Deutschland Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).



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