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Wuppertal, 29. Juli 2010. Die Wirtschaftsjunioren Nordrhein-Westfalen wenden sich gegen die Pläne der neuen Landesregierung, eine sogenannte Gemeinschaftsschule bis einschließlich der sechsten Klasse einzuführen. Besonders kritisch sieht der größte Verband junger Unternehmer und Führungskräfte den Ansatz, dass die einzelnen Kommunen selber entscheiden können, ob sie sich an der Gemeinschaftsschule beteiligen oder nicht. „Dadurch wird das Schulsystem noch weiter aufgefächert. Beklagenswert genug, dass jedes Bundesland über eigene Schulsysteme verfügt. Wie soll es erst werden, wenn jede Kommune in NRW sich für ein anderes System entscheiden kann?“, fragt Antje Dienenthal, Ressortleiterin Bildung/Wirtschaft der Wirtschaftsjunioren NRW e.V. Ziel der neuen Landesregierung in NRW ist es, in dem neuen System der Gemeinschaftsgrundschulen zunächst sowohl Haupt-, Realschüler als auch Gymnasiasten gemeinsam zu unterrichten. Ab der 7. Klasse werden dann die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten in die für sie passende Schulform überführt. „Die momentane Lehrerausbildung sieht nicht vor, dass Lehrer das integrative Modell der Gemeinschaftsschule unterrichten. Im Ergebnis führt dies zu einem konzeptlosen Unterricht zu Lasten der Schülerinnen und Schüler“, kritisiert Dienenthal. „Um einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gewährleisten, müsste deutschlandweit die Lehrerausbildung umgestellt werden und das obwohl nicht jedes Bundesland das NRW Modell anwendet. Das Chaos wird komplett, wenn die nächste Landesregierung das Schulkonzept dann wieder nach eigenen Vorstellungen umbaut.“, ergänzt sie. „Die Schulpolitik muss dringend aus dem Föderalismus herausgelöst werden. Wir brauchen eine bundesweit einheitliche Schulpolitik und keine weitere Zerfaserung auf Länderebene“, fordert Daniel Braunsdorf, Landesvorsitzender der nordrheinwestfälischen Junioren. „Nicht nur die Schüler sind die Leidtragenden - auch die Wirtschaft, die später mit dem unterschiedlichen Leistungsniveau der Schulabgänger konfrontiert wird“, ergänzt der Dortmunder Unternehmer. „Zudem sorgt die geplante Entscheidungsfreiheit für Gymnasien, das Abitur nach 12 oder 13 Jahren anbieten zu können, später für eine Zweiklassengesellschaft innerhalb den Abiturienten“, schließt er. Über die Wirtschaftsjunioren Nordrhein-Westfalen:
Den Wirtschaftsjunioren Nordrhein-Westfalen gehören rund 2700 aktive Mitglieder aus 27 Kreisverbänden und allen Bereichen der Wirtschaft an. Die Mitglieder sind nicht älter als 40 Jahre. Ziel der Wirtschaftsjunioren ist es, die Akzeptanz für unternehmerisches Handeln zu erhöhen und die künftige Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik aktiv mit zu gestalten. Bundesweit sind über 10.000 Mitglieder in den Wirtschaftsjunioren organisiert. Bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz verantworten sie rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Deutschland Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI). Pressekontakt Anja Kuhn, Pressesprecherin Am Frauenbusch 10, 51674 Wiehl Tel. 02262 691111 E-Mail: presse@wjnrw.de www.wjnrw.de
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